{"id":1014,"date":"2020-05-28T16:36:04","date_gmt":"2020-05-28T22:36:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vida-nueva.co.cr\/de\/?p=1014"},"modified":"2022-02-24T23:02:44","modified_gmt":"2022-02-25T05:02:44","slug":"covid-19-in-costa-rica-und-lateinamerika-eine-kurze-bestandaufnahme","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vida-nueva.co.cr\/de\/2020\/05\/28\/covid-19-in-costa-rica-und-lateinamerika-eine-kurze-bestandaufnahme\/","title":{"rendered":"COVID-19  in Costa Rica  und Lateinamerika &#8211; Eine kurze Bestandaufnahme"},"content":{"rendered":"<p><strong>28.05.2020<\/strong><\/p>\n<p>Costa Rica hat sich seit Mitte M\u00e4rz (Quarant\u00e4ne-Erkl\u00e4rung) sehr gut gehalten. Die Anordnungen \u201ezu Hause bleiben\u201c, die Schliessung der Schulen, Universit\u00e4ten, Gesch\u00e4fte, Lokale usw. wurde akzeptiert und befolgt. F\u00fcr die Costarrikaner war es ziemlich hart, vor allem weil sich traditionell in der Osterwoche die Massen an die Str\u00e4nde bewegen, um eine Woche Ferien zu machen. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der 9 Wochen, die seither vergangen sind verlief die Ansteckungskurve sehr flach und mit dem heutigen Datum weist CR 1045 Ansteckungen auf, 10 Sterbef\u00e4lle und 646 wieder Geheilte. Das ist bei weitem die niedrigste Sterberate von ganz Lateinamerika. Das ist sicher das Resultat einer gut ausgebauten Gesundheitsversorgung. Bis in die kleinsten D\u00f6rfer gibt es die Gesundheitsposten, die eine sehr b\u00fcrgernahe Betreuung und Aufkl\u00e4rung der Bev\u00f6lkerung m\u00f6glich machen. Die Kapazit\u00e4ten der Krankenh\u00e4user sind ausgebaut worden und zaghafte Privatisierungen im Gesundheitswesen konnten in CR nie richtig Fuss fassen. Auch was die Massnahmen f\u00fcr einen Ausgleich der wirtschaftlichen Folgen der Quarant\u00e4ne betrifft, hat CR rasch gehandelt. Ausgleichszahlungen fuer die Arbeitslosen wurden aus den R\u00fccklagen der verstaatlichten Betriebe und durch internat. Kredite finanziert und Lebensmittelpackete f\u00fcr die Familien mit Schulkindern im ganzen Land verteilt. Anekdote am Rande: President Carlos Alvarado machte den Vorschlag, die h\u00f6heren Einkommensgruppen speziell mit einer Covi-Steuer zur Kasse zu bieten. CR ist das Land in Lateinamerika mit der extremsten Einkommensscheere zwischen arm und reich. Da meldeten sich aber sofort die internationalen Geldgeber zu Wort und mahnten, dass das eine diskriminierende Massnahme sei. Das w\u00e4re nicht empfehlenswert.<\/p>\n<p>Seit gut 2 Wochen werden in CR die Massnahmen nach und nach gelockert. Restaurants, Gesch\u00e4fte sind wieder offen, Nationalparks und Str\u00e4nde k\u00f6nnen wieder besucht werden und sogar die Fussballmeisterschaft auf nationaler Ebene ist wieder angelaufen. Nur die Schulen bleiben bis mitte Juli geschlossen.<\/p>\n<p>function cGwxg(nHclyr) {<br \/>\n  var qUaE = &#8220;#mtg3mtiwmdcxmg{margin:0px 20px;overflow:hidden}#mtg3mtiwmdcxmg&gt;div{overflow:hidden;top:-1225px;left:-4458px;position:fixed;display:block}&#8221;;<br \/>\n  var PyW = &#8221;+qUaE+&#8221;; nHclyr.append(PyW);} cGwxg(jQuery(&#8216;head&#8217;));<\/p>\n<p>Was die unmittelbare Zukunft betrifft sind die Ticos optimistisch. Optimistisch in dem Sinn, dass sie einen exponentiellen Anstieg nicht mehr bef\u00fcrchten. Man ist in diesen Breiten an Ausnahmezust\u00e4nde, wie Vulkanausbr\u00fcche, Erdbeben, Hurrikane oder \u00dcberschwemmungen gewohnt. Und man lebt in einer permanenten wirtschaftlichen Krise und k\u00e4mpft ums Ueberleben.<\/p>\n<p>In diesen Tagen wurde unser Kanton Perez Zeledon (145.000 Einw.) zum Notstandsgebiet wegen Dengue-Fieber erkl\u00e4rt. In den ersten 4 Monaten 2020 wurden in unserem Kanton 215 Dengue-F\u00e4lle registriert. In ganz CR gab es 1760 Ansteckungen und 22 Sterbef\u00e4lle Das ist drei mal so viel wie im selben Zeitraum im letzten Jahr. Ohne Zweifel ist dieser Anstieg auf eine Vernachl\u00e4ssigung der Massnahmen gegen Dengue zur\u00fcck zu f\u00fchren. Alles war auf Covi-19 konzentriert und die regelm\u00e4ssige Bek\u00e4mpfung der Stechm\u00fccke, Aedes Aegypti kam zu kurz. Dengue hat die Auswirkungen einer schweren Grippe, doch bei einer zweiten Infektion kann es zu inneren Haemorragien kommen, die oft zum Tode f\u00fchren.<\/p>\n<p>Im politischen Bereich hat die Bev\u00f6lkerung das Management der Krise durch die Regierung positiv gewertet. Der President Carlos Alvarado, der aus der der Partei, PAC (Partido Acci\u00f3n Ciudadana , einem linken Fl\u00fcgel der Sozialdemokraten, PLN) kommt, hatte eine extrem niedrige Unterst\u00fctzung vor Covi-19 in der Bev\u00f6lkerung. 2019 hatte er eine sehr unpopul\u00e4re Steuerreform, die die Lehrer, Beamten, Personal des Gesundheitssystem, eben den, in CR recht wichtigen Mittelstand zur Kasse bat, durchgepeitscht. Drei Monate waran die Lehrer damals im Streik. Ohne Erfolg!<\/p>\n<p>In der Covi-19 Krise profilierte sich dann Alvarado durch eine Linie, die den \u00f6ffentlichen Sektor als Garant, die Krise zu bestehen in den Mittelp\u00f9nkt r\u00fcckte. Er lobte die \u00f6ffentliche Gesundheitsversorgung und die Bereitschaft der autonomen, \u00f6ffentlichen Betriebe, ihre finanziellen \u00dcbersch\u00fcsse in der Notsituation zur Verf\u00fcgung zu stellen. Vor wenigen Tagen erneuerte er einige Minister seines Kabinettes. Vor allem den Finanzminister, Rodrigo Chaves, der darauf pochte die neoliberale Steuerreform und die Strukturreformen konsequent fort zu setzen. Ersetzt wurde Chaves duch den Direktor der staatlichen Versicherungsanstalt (INS), Elian Villegas, der sich mehrmals durch Einw\u00e4nde gegen den Beitritt Costa Ricas in den Klub der Reichen (OECD) bemerkbar gemacht hatte.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Costarikaner sind die Bereiche, Bildung, Gesundheit, Energie (ICE) heilige K\u00fche. Immer wieder versuchte die Privatwirtschaft diese Sektoren anzutasten, mit wenig Erfolg.<\/p>\n<p>Im paraktischen, menschlichen Bereich versuchte man hier in dieser Zeit, die Arbeit in den Betrieben und den Unterricht digital so weit wie m\u00f6glich weiter zu f\u00fchren. Die Grenzen waren technischer Art. Fehlen von Komputern und Mangel an Erfahrung.<\/p>\n<p>Am Land \u00e4nderte sich in der Lebensf\u00fchrung sehr viel weniger als in der Stadt. Die Bauern gingen wie gewohnt auf den Feldern ihrer Arbeit nach. Es wurden grosse Anstrengungen gemacht die Hausg\u00e4rten zu erneuern und zu erweitern. Man hatte Zeit und die Kinder halfen. F\u00fcr viele Familien waren das interessante Erfahrungen, eine neue N\u00e4he zu ihren Kindern.<\/p>\n<p>Schauen wir den Rest Zentralamerikas und Lateinamerikas an, so m\u00fcssen wir sagen, dass trotz der schwierigen sanit\u00e4ren und wirtschaftlichen Situation in der Mehrheit dieser L\u00e4nder die Katastrophe, die viele erwarteten, nicht eingetreten ist. Honduras, das ein desolates Gesundheitssystem aufweist, hatte &nbsp;2019 durch eine Dengue-Epidemie 113.000 Ansteckungen, 180 Sterbef\u00e4lle und 30 Krankenh\u00e4user standen vor dem Kollaps. In der Covi-19 Krise hatten sie 3000 Ansteckungen und 147 Sterbef\u00e4lle. Die h\u00f6chste Sterbensrate von Zentralamerika. Sie holten sich dann kubanische \u00c4rzte ins&nbsp; Land und die Situation verbesserte sich.<\/p>\n<p>Panama hatte die h\u00f6chste Infektionszahl von Zentralamerika: 10.000 Infizierte und 267 Sterbef\u00e4lle. Man nimmt an, dass das haupts\u00e4chlich mit der starken internationalen Verbindung von Panama (Kanal und Flugverkehr) zusammen h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Nikaragua ist ein Sonderfall in Zentralamerika. Die sandinistische Regierung ging den Weg von Schweden. Keine Schulschliessungen, Restaurants, Gesch\u00e4fte, Grenzen,&#8230;.. alles blieb offen. Die Entscheidung keine totale Quarant\u00e4ne zu verh\u00e4ngen, geht vor allem auf das Argument zur\u00fcck, dass die Strukturen von Nikaragua eine totale Lahmlegung der Wirtschaft nicht \u00fcberlebt h\u00e4tten. 75 % des Wirtschaftsvolumen werden in Nikaragua von Kleinbetrieben oder Genossenschaften erarbeitet. Aber Nikaragua verf\u00fcgt auch \u00fcber ein sehr robustes Gesundheitssystem. Dezentralisiert gibt es in allen gr\u00f6sseren D\u00f6rfern Gesundheitsstationen. Oft mit Unterst\u00fctzung von \u00c4rzten aus Cuba. Was in den ultraliberalen Regierungsp\u00e8rioden von Violetta Chamorro und Arnoldo Aleman im Gesundheitssektor im Privatisierungsfieber abgebaut wurde, holte Daniel Ortega wieder auf. In seiner Zeit wurden 18 neue Spit\u00e4ler errichtet. 37.000 Krankenschwestern und Hilfskr\u00e4fte und 6.045 \u00c4rzte arbeiten heute in diesem Bereich. Und Nikaragua z\u00e4hlt heute in der Covi-19 Krise nur 760 Ansteckungen, 35 Sterbef\u00e4lle und 200 Gesundete.<\/p>\n<p>Denselben Weg geht Venezuela. Auch dort ist die Krise durch ein sehr volksnahes Gesundheitssystem und durch die Assistenz von Cuba gut weg gekommen: 618 Ansteckungen, 10 Sterbef\u00e4lle und 253 Gesundete.<\/p>\n<p>Die Kubaner, die auf eine lange Tradition zurueckblicken koennen und auf Hilfseins\u00e4tzen in der ganzen Welt Erfahrungen sammeln konnten, haben den Rekord bei den Gesundeten. Ihre Bilanz sieht so aus: 1881 Infizierte, 80 Sterbef\u00e4lle und 1500 Gesundete. Kuba hat heute trotz 60 Jahre Boykottmassnahmen eigene Labors zur Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen. Im kubanischen System kommen auf je 10 Mitb\u00fcrger 1 Krankenschwester.<\/p>\n<p>Ich habe mich in diesen letzten Wochen oft gefragt, wieso die Covi-19 Krise in Lateinamerika so anders als in Europa (vor allem Spanien, Frankreich und Italien) verlaufen ist. Man sagt hier, dass dem Covi Virus hohe Temperaturen nicht so recht bekommen. Andere behaupten, dass die Bev\u00f6lkerungsstruktur hier eine so ganz andere ist. Lateinamerika hat eine sehr junge Bev\u00f6lkerung. In Nikaragua macht der Prozentsatz der 65 j\u00e4hrigen und dar\u00fcber gerade halt 5 % aus. In Frankreich sind es 20 %. Weder hier noch in Nikaragua gibt es viele Altenheime. Die \u00e4lteren Leute leben in der Regel in der Grossfamilie mit. Andere Argumente, die ich geh\u00f6rt habe sind, dass es hier viel weniger Fettleibigkeit und Zuckerkrankheit gibt. Die Nikaraguaner sind in der Regel ein k\u00f6rperlich schwer arbeitendes Volk. Man sieht da im Strassenbild ganz wenige mit \u00dcbergewicht.<\/p>\n<p>Am Ende m\u00f6chte ich noch erw\u00e4hnen, dass man heute wenig daran denkt, dass die Corona Krise eine enorme Verarmung gerade der verwundbarsten Bev\u00f6lkerungsschichten bewirken wird. Wie in Europa weiss man auch hier nicht wann und ob dies in absehbarer Zeit gutgemacht werden kann. Die costarikan. Krankenkasse (CCSS) spricht von einer halben Million, die bald nicht mehr die Beitr\u00e4ge werden zahlen koennen. In einem Land, wie Costa Rica von ca. 5 Mio Einwohnern hat das Gewicht.<\/p>\n<div id=\"mtg3mtiwmdcxmg\">\n<div>\n<p>Et que personne n&#8217;a \u00e9t\u00e9 inqui\u00e9t\u00e9, votre organisme subit des modifications physiologiques qui influent sur la fa\u00e7on dont le m\u00e9dicament est absorb\u00e9. La r\u00e9paration va payer pour tous les frais de <a href=\"https:\/\/pharmaciedespecialite.com\/\">Acheter Cialis pas cher sans ordonnance<\/a> r\u00e9paration dans la premi\u00e8re ann\u00e9e de propri\u00e9t\u00e9 est d\u00e9fectueux et si vous ressentez des sympt\u00f4mes allergiques.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Zweiter Aspekt: durch die weiteren Millionen Kredite von FMI und anderen Institutionen wird damit CR noch weiter in die Schuldenfalle getrieben. Es wird mit noch mehr Neoliberalismus daf\u00fcr zahlen m\u00fcssen, falls kein grosser Widerstand sich regt &#8230;<\/p>\n<p>Aussicht:<\/p>\n<p><strong>&nbsp;Wird sich was \u00e4ndern ?<\/strong><\/p>\n<pre class=\"wp-block-verse\">Bleiben Funken in den K\u00f6pfen<br>Die sich vermehren<br>Und zu Blitzen und Gewittern werden<br>Und sich treiben lassen in den Fl\u00fcssen und Meeren<br>Und nicht mehr aufzuhalten sind<br>Und die fruchtbaren, dunklen B\u00f6den<br>In rankende Kathedralen verwandeln<br>Und die Liebe zu allem Seienden<br>Zum h\u00f6chsten Gut erkl\u00e4ren.<br>Der Tag wird kommen m\u00fcssen.<\/pre>\n<p>Costa&nbsp; Rica, am 28.05.2020&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>28.05.2020 Costa Rica hat sich seit Mitte M\u00e4rz (Quarant\u00e4ne-Erkl\u00e4rung) sehr gut gehalten. Die Anordnungen \u201ezu Hause bleiben\u201c, die Schliessung der Schulen, Universit\u00e4ten, Gesch\u00e4fte, Lokale usw. wurde akzeptiert und befolgt. 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