Interview mit Marco Tulio Solis Fallas, Student an der Zirkusschule VERTIGO in Turin, Italien

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Roland: Hola Marco, wie geht es dir? Sprichst du schon Italienisch?

Marco: Alles läuft gut im Moment, ich spreche schon ganz gut Italienisch!

Roland: Wirst du an der ¨Christmas Show¨ oder ¨Energy Show¨ in Turin teilnehmen?

Marco: Im Moment können wir nicht als Artisten bei den Aufführungen mitmachen. Erst im April 2017 werden wir Neuen auftreten können. Aber ich werde als Teil der Equippe helfen, dass alles gut geht beim Weihnachtsauftritt.

Roland: Wie sind die Kurse, die du gerade besuchst ? Welche Professoren hast du ? Welche Disziplinen trainierst du und wie ist die Stimmung im allgemeinen in der Schule?

Marco: Ich hänge dir hier den Stundenplan für die nächste Woche an. Als mein Spezialgebiet habe ich den Mast ausgewählt. Davon abgesehen haben wir folgende Fächer die ich hier aufführe: Körperliches Training, eigene Disziplin (Mast), Akrobatik, Gleichgewicht (z.B. Handstand), moderner Tanz, klassischer Tanz, Theater. Wir haben sehr gute Professoren, einer speziell, Arian, er kommt aus Albanien und unterrichtet alle Disziplinen und ist eine Kapazität in der Welt des Zirkus. Er ist fast 80 Jahre alt und macht noch Handstand auf einer Hand. Die Stimmung in der Schule ist gut. Alle strengen sich an, es wird hart gearbeitet und es gibt viel Respekt. Das künstlerische Niveau ist hoch, aber es gibt wenige Schüler, die alle Disziplinen trainieren. Diese grosse Vielfalt der Zirkus-Kenntnisse im Fantazztico ist sehr gut. In der kurzen Zeit, die ich jetzt hier bin habe ich viel dazu gelernt. Speziell im administrativen Bereich, in der richtigen Aufteilung der Kurse zum Beispiel. Auf diesem Gebiet möchte ich nächstes Jahr, wenn ich in den Ferien nach Costa Rica komme etwas Unterricht geben.

Roland: Wieviele Studenten sind in eurer Schule und aus welchen Ländern kommen sie ?

Marco: In unserem Kurs ¨professionelle Ausbildung¨ sind 35 Studenten. Dann gibt es noch einen Kurs für Kinder und einen Vorbereitungskurs für die, die in die Schule eintreten möchten. Und dann ist da noch eine grosse Gruppe, die die Aufführungen bestreiten. Die Studenten kommen aus Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland, Slovenien, Mexico, Kolumbien, Chile und Brasilien.

Roland: Wählt ihr die Kurse selbst aus? Gibt es auch theoretischen Unterricht? Gibt es Prüfungen? Und ist das zweite Jahr ähnlich aufgebaut wie das erste ?

Marco: Die Kurse wählen wir nicht selbst aus. Sie sind obligatorisch. Während dem ganzen Jahr gibt es Evaluierungen und je nach Geschwindigkeit des Lernerfolges der Gruppe erfolgt der Lernprozess schneller oder langsamer. An Theorie hatten wir bis jetzt einen Kurs über Sicherheit bei der Trainingsarbeit und einen anderen über die Geschichte des Zirkus in Europa und die gegenwaertige Situation. Sicher haben wir im Laufe des Jahres noch andere Kurse. Das zweite Jahr ist etwas anders. Da wird an der Entwicklung von Zirkusstuecken und eigenen Nummern gearbeitet. Das regelmaessige koerperliche Training wir natuerlich beibehalten.

Roland: Wie verbringst du die Freizeit ? Kennst du schon ein bisschen die Stadt und die Umgebung?

Marco: Wir haben sehr wenig Freizeit. Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr ist Schulbetrieb. Samstag trainiere ich auch und Sonntag ruhe ich mich dann aus.

Roland: Hier arbeiten wir momentan an den Vorbereitungen fuer die Tournee im Jaenner in Nikaragua. Und auch an der grossen Tournee im Herbst nach Europa arbeiten wir schon. Wir denken daran bei euch in Turin vorbei zu kommen, um das neue Zirkus-Theaterstueck aufzufuehren?

Marco: Die Idee das Stueck hier aufzufuehren gefaellt mir, nur weiss ich noch nicht wie weit das funktionieren wird. Die Schule hier ist privat. Aber ich werde mich darum kuemmern.

Roland: Ich nehme an du bekommst Informationen ueber was so in Costa Rica passiert. Hast du die Verheerungen durch den Hurrican Otto mitbekommen ? Ich stelle mir vor, dass es manchmal schwierig ist, so weit von zu Hause weg zu sein und alleine in einem neuen Land.

Marco: Natuerlich habe ich das mit dem Hurrican mitbekommen. Ich habe mich einige Tage sehr schlecht gefuehlt. Aber zumindestens hat es nicht Perez Zeledon betroffen. Es ist tatsaechlich manchmal schwierig so weit von zu Hause weg zu sein, aber ich habe ein festes Ziel in meinem Leben und denke dass mein Weg in erster Linie von meiner eigenen Anstrengung abhaengt und zum anderen auch von grossen Menschen, die dir helfen klar zu sehen, in Momenten wo du das nicht selbst erkennen kannst.

6. Dezember 2016

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